Schleiz –

Von platt gedrückten neugierigen Nasen und einem wunderbaren Trinkverlies

Seniorenclub in Schleiz in neuen Räumen mit Blick zur Innenstadt eröffnet / Erster Vortrag über Schleizer Gaststätten von Heimatforscher Jürgen K. Klimpke

So manche sympathisch neugierigen Nasen wurden an den großen Schaufensterscheiben in den letzten Tagen ein bisschen platt gedrückt. So groß war das Interesse, war die Spannung. Viele wollten schon mal reinschauen, wollten wissen, wie der neue Club eingerichtet ist.

Nun ist der Club der Volkssolidarität – der Seniorenclub in Schleiz – umgezogen und hat seine Türen für die Gäste weit geöffnet. „Am Sonntag, zum Adventsmarkt in Schleiz, laden wir von 14 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein – und alle Interessenten sind herzlich willkommen“, erklärt die Geschäftsführerin Corina Schönbach.

„Dieser Tag bedeutet für uns weit mehr als den Einzug in neue Räume. Er steht für Aufbruch, für Gemeinschaft – und für das, was uns als Volkssolidarität ausmacht: füreinander da zu sein und miteinander Zukunft zu gestalten“, so Corina Schönbach.

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Seit 1998 hatte sich der Seniorenclub im Schleizer Atriumhaus als Begegnungsstätte einen guten Namen gemacht. Zuvor befand sich der Club seit 1991 in der Hofer Straße und zuvor in der Thomas-Mann-Straße nahe der Rennstrecke. Ob Tanz oder Gymnastik, Heimatfilme und Ratgeber-Vorträge, gemeinsames Mittagessen der Bewohner, Fasching, Weihnachtsfeier oder Geburtstag des Monats – im Seniorenclub traf man sich gern und trifft man sich gern.

„Unsere vertrauten Möbel sind mit umgezogen“, sagt Clubleiterin Kerstin Buhmann stolz. Ihr war es besonders wichtig, das rustikale Klavier und eine große Standuhr sowie ein gemaltes Bild im edlen Rahmen auch im neuen Club wieder schön zu präsentieren.

„Diese Standuhr hat mir mit ihrem lauten Gong manche Rede kaputt gemacht“, erinnert Thomas Hofmann – er war 22 Jahre lang Geschäftsführer der Volkssolidarität Regionalverband Oberland und sprach nun als Mitglied des Vorstandes des Regionalverbandes zur Eröffnung.

Heute konnte er der neuen Geschäftsführung und der Leiterin des Seniorenclubs Schleiz zur Eröffnung des neuen Clubs gratulieren.

In den vergangenen Wochen gingen mehrere Handwerker in dem ehemaligen Ladengeschäft in der Schmiedestraße 1 ein und aus. Die Räume wurden renoviert. Eine Kaffee- und Teeküche wurde installiert. Klempner, Trockenbauer, Elektroinstallateure und Monteure sowie das Hausmeisterteam der Volkssolidarität hatten alle Hände voll zu tun.

Durch den nun vollzogenen Umzug rücken die Seniorinnen und Senioren noch etwas näher an das Stadtzentrum. Es war ein Umzug innerhalb des Gebäudekomplexes Atriumhaus. Während man den bisherigen Klub vom Innenhof aus erreichte, geht man in den neuen Club nun von der Schmiedestraßenseite hinein. Und durch die großen Schaufenster fühlt man sich direkt eingeladen, hineinzugehen, wenn in der Begegnungsstätte etwas los ist.

Zu den Gästen der Eröffnungsfeier gehörten Vertreter des Landratsamtes, darunter der Sozial-Dezernent Frank Jacoby, und der Stadt Schleiz, die Vorstände der Kreissparkasse Dirk Heinrich und Stefan Götz, Vertreterinnen des Behindertenverbandes, des MSC Schleizer Dreieck sowie die Leiterinnen der Begegnungsstätten der Volkssolidarität aus Hirschberg und Wurzbach.

Ehrengast und erster Referent im neuen Club der Volkssolidarität war Jürgen K. Klimpke – Heimatforscher aus Leidenschaft und ehemaliger Bürgermeister der Stadt.

Mit beeindruckenden Fotos und spannenden Geschichten nahm er die Gäste mit auf einen Schleizer Kneipenbummel. Thema seines Vortrages waren „Die Schleizer Gaststätten“. Und es gelang Jürgen K. Klimpke sehr gut, zum einen über Wirtshäuser und Schankwirtschaften aus früheren Zeiten zu berichten, zum anderen sehr unterhaltsame Anekdoten über besondere Gäste zu Gehör zu bringen.

Wer hätte beispielsweise gewusst, dass es im Ratskeller, also direkt unter den heutigen Amtsstuben des Schleizer Rathauses, noch bis in die 1950er Jahre eine Gewölbe-Gaststube und sogar einen gut gefüllten Weinkeller gab? „Es muss ein wunderbares Trinkverließ gewesen sein“, mutmaßte der Schleizer Heimatforscher.

Historische Vorträge gehören zum beliebten und regelmäßigen Programm des Seniorenclubs in Schleiz, berichtet die Clubleiterin Kerstin Buhmann.

Auf die nächsten Vorträge darf man gespannt sein. Guntmar Schwarz, ebenfalls Gast der Eröffnung, spricht am 22. Januar über die Geschichte der Staumauer des Bleilochstausees und über vergangene Hochwasser. Monika Gensior, Vorsitzende der Schleizer Diabetes-Gruppe, freut sich nun auf ein Treffen mit ihrer Gruppe im neuen Seniorenclub in der Schmiedestraße.

Brit Wollschläger
Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation
Volkssolidarität Regionalverband Oberland e.V.

Fotos: Brit Wollschläger, Volkssolidarität Regionalverband Oberland e.V.

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